carpe diem

Freitag, November 25, 2005

Durkheim

Welche Spezifika seines Werkes machen Durkheim zu einem wichtigen Einflussgeber der anthropologischen (bzw. sozialwissenschaftlichen) Theorienbildung des 20. Jahrhunderts? Worin bestehen die Neuerungen im Denken Durkheims, die spätere Forschungsrichtungen inspirierten?

[1]

David Emile Durkheim wurde am 15.April 1858 in Epinal, in Frankreich geboren, und kam aus einer teils jüdischen, teils katholischen Familie. Er ist bekannt als einer der Begründer der Soziologie als empirischer Wissenschaft mit eigenständiger Methode [2] und beeinflusste ebenso die Anthropologie. Dabei prägte er besonders den britischen Funktionalismus, mit den bekannten Vertretern Malinowski und Radcliff-Brown, und den französischen Strukturalismus, welchen Levi-Strauss vertritt. Unter seinen bekanntesten Schülern war auch sein Neffe Marcel Mauss Außerdem beeinflusste er noch weitere Wissenschaften, wie zum Beispiel Pädagogik. Seine Ausbildung absolvierte er an der Ecole Normale Supérieure, wo er den sozialistischen Politiker Jean Jaures kennen lernt. Zunächst war er Lehrer für Philosophie an Gymnasien, bis er schließlich 1887 einen Lehrauftrag für Sozialwissenschaft in Bordeaux bekam, wo er Professor für Pädagogik und Soziologie war. Er gründete 1898 die Année Sociologique, die erste sozialwissenschaftlichen Zeitschrift, die großen Einfluss gewann. Hier wurden erstmals wissenschaftliche Beiträge publiziert, unter anderem erschien auch erst mal „primitive classification“ 1903, als Aufsatz. Außerdem regte dieses französische Journal erstmals internationale wissenschaftliche Diskussionen an. Weiteres bildete dies die Grundlage der Durkheim-Schule wurde. Im Jahre 1902 kam er an die Pariser Universität Sorbonne, an der er 1906 einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft (ab 1913 umbenannt in Erziehungwissenschaften und Soziologie)erhielt. Er starb am 15. November.1917 in Paris, im Alter von 59 Jahren.

Sein wohl bekanntestes Werk ist „le suicide“ ( Der Selbstmord 1897), wo er verschiedeneste Selbstmordarten unter Protestanten und Katholiken untersuchte und analysierte. Dabei endeckte er, Selbstmord und die Ansicht davon stark mit Religion und Gesellschaft zusammenhängt.In diesem Zusammenhang entwickelt er den Begriff der Anomie, welcher eine Situation beschreibt, in der Verwirrung über soziale und ethische Normen herrscht. Diesen Zustand führt Durkheim auf den ambivalenten Zustand zurück, dass einerseits die Arbeit immer mehrt spezialisiert werden soll, andererseits aber Teil eines organischen Ganzen bleiben soll.

Durkheim beschäftigte sich mit der Frage, wie eine Masse an Individuen eine Gesellschaft wird, welche er sich selbst beantwortete und zwar durch die Arbeitsteilung. Darüber handelet auch seine Dissertation „Über die Teilung der sozialen Arbeit“ im Jahre 1893. Darin unterscheidet er zwischen der „organischen Solidarität“ und der „mechanischen Solidarität“. Die „organische Solidarität“, besteht bei ihm in den industrialisierten Gesellschaften, bei der sich Spezialisten mit bestimmten Fähigkeiten entwickeln. Zum Beispiel gibt es einen Bäcker der zwar am gut Brot backen kann, jedoch stellt er sein Gewand nicht selber her, sondern ist abhängig von einen anderen Spezialisten der Textilien herstellt. Das heißt eigen Bedürfnisse können nicht mehr abgedeckt werden, und jeder ist somit auf andere angewiesen bzw. abhängig aber ergänzt auch. Durch diese Abhängigkeit bzw. Ergänzung entsteht die „organische Solidarität“ da einer auf den anderen angewiesen ist. Trotz dieser Abhängigkeit entwickelt jeder einzelne eine eigene Ideologie. Die „mechanische Solidarität“, ist in jenen Gesellschaften, welche wenig bzw. nicht industrialisiert sind. Anders gesagt, jene bei denen die Arbeitsteilung nicht so spezifisch ist sonder zum Beispiel „nur“ geschlechterspezifisch (Frauen sammeln, Männer jagen) aufgeteilt. Dadurch gibt es weniger Individuen. Durch diese kollektive Arbeit, also nicht so spezifische Arbeitsaufteilung entsteht ebenso eine Solidarität. In der „mechanischen Solidarität“ ist Religion ein Teil davon, hingegen bei der „organischen Solidarität“ hat sie nur eine geringe Bedeutung.

Ein drittes Werk Durkheims, welches auch bekannt ist, ist „les formes èlèmentaires de la vie religieuse“ (Die elementaren Formen des religiösen Lebens 1912). Es ist Durkheims wohl bedeutendstes anthropologisches Werk. Auch hier betonte er die soziale Basis von Religion. Die Religion trennt das Heilige vom Profanen und nimmt das Heilige für sich ein. „Profan“ ist für ihn das weltliche welches im Gegensatz zum “sakrall” steht. Religion hat als Funktion die soziale Integration und spielt somit eine wichtige Rolle. Unter „reprèsentations collectives“, ist die kollektive Vorstellung ihrer Gesellschaft welche sich in der Religion spiegelt. Als Prototyp gilt für ihn der Totemismus der australischen Arunta. Die Arunta-Klans verehrten jeweils spezifische sakrale Objekte (Totems). Die Totems waren der Inbegriff der Klan-Identität. Durch diesen Kult wurde ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Solidarität hervor gerufen. Somit ist die Religion also auch ein Bindemittel für Integrität und Fortbestand der Gruppe. [3]

Ein Kritikpunkt an Durkheim ist sicher, dass er selbst nie Feldforschung betrieben hat, d.h. er war ein sogenannter „armchair anthropologist“. Weiters werfen ihm Kritiker vor, dass er eine zu einflussreiche Person war, und dadurch viel Macht hatte.

Durkheims Ideen haben die Kultur- und Sozialanthropologen in ihren verschiedensten Teilgebieten und theoretischen Ansätze beeinflusst. Für standen immer die sozialen Beziehungen, aber auch die Verbindung zwischen Individuum und Gesellschaft im Vordergrund. Durch seine Betonung von Gesellschaft stellte er auch einen entscheidenden Gegensatz zu individualistischen Theorien dar.

Zum Schluss sei erwähnt, dass er neben der Beeinflussung der beiden anthropologischen Richtungen den britischen Funktionalismus und den französischen Strukturalismus, mehrer Wissenschaften wesentlich beeinflusste, und dass durch ihn die Soziologie eine eigenständige anerkannte Wissenschaft wurde.


<>Quellen: [1] www.emile-durkheim.com
[2]www.de.wikipedia.org

[3]Hans Fischer & Bettina Beer: Ethnologie – Einführung und Überblick,

Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2003

Tutorium vom 18.11.2005

One Discipline,Four Ways: British, German, French and American Anthropologie

Parkin, Robert: The French Speaking Countries

Sonntag, November 13, 2005

Servus!

einfach mal wieder am überlegen welche frage ich wohl für meinen ersten essay nehemn werd ich hoff nur es geht einigen anderen genau so!
also dann lg

und für alle die antiwitze mögen noch ein kleiner bonus: ist eine kuh auf der weide kommt eine zweite dazu und sagt:" muh" kommt eine dritte kuh dazu sagt:"muh muh" sag die erste zur zweiten: " komm wir gehen die redet zu viel"

Freitag, Oktober 28, 2005

antiwitze

Warum sitzen immer 2 Personen in einem Hubschrauber? Der eine hubt, der andere schraubt!